Wo Zweifel sind, wächst Veränderung.
Der März 2026 bringt Geschichten, die nicht laut nach Aufmerksamkeit rufen, sondern sich langsam entfalten. Romane über innere Kämpfe, über das Zögern vor großen Entscheidungen und über dieses leise Trotzdem im Herzen. Es sind Bücher über Menschen, die nicht perfekt sind. Die scheitern. Die hinterfragen. Und die dennoch weitergehen. Zwischen Selbstsuche und Neuanfang, zwischen Vergangenheit und Zukunft wächst in diesen Neuerscheinungen etwas Zartes: Hoffnung. Nicht als großes Versprechen, sondern als stiller Begleiter.
Und manchmal beginnt Hoffnung genau im Ungewissen.
Fogandbooks

Jetzt ist unsere Zeit – Virginie Grimaldi
Julianne ist eine Frau, die Überraschungen am liebsten meidet. Ihr Alltag ist minutiös geplant, Strukturen geben ihr Sicherheit, und Kontrolle ist ihr Lieblingswort. Doch als ihr Vater Jean nach einem Hausbrand plötzlich bei ihr einzieht, gerät alles durcheinander. Jean ist das genaue Gegenteil von Julianne: ein Freigeist, der laute Musik hört, Teleshopping liebt und Regeln nur als Vorschlag versteht.
Was zuerst wie eine nervenaufreibende Belastung wirkt, zeigt bald eine andere, tiefere Seite: Jean trägt das frühe Stadium von Alzheimer mit sich, eine Diagnose, die wie ein Schatten über ihrem Zusammenleben liegt. Plötzlich muss Julianne sich nicht nur mit dem chaotischen Verhalten ihres Vaters auseinandersetzen, sondern auch mit den existenziellen Fragen, die Pflege, Fürsorge und das neue Ungleichgewicht zwischen Eltern und Kind mit sich bringen. Virginie Grimaldi erzählt in Jetzt ist unsere Zeit von den stillen Momenten zwischen Alltag und Krise, von schmerzlichen Veränderungen und unerwarteten Chancen. Es ist ein Roman über das Loslassen, über Nähe und Distanz und darüber, wie wir lernen, mit Unvorhergesehenem zu leben.
Das Leben bleibt unberechenbar –
und manchmal ist genau das ein Geschenk.
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Virginie Grimaldi (1977 in Bordeaux) ist eine der erfolgreichsten französischen Autorinnen zeitgenössischer Belletristik. Ihre Romane zeichnen sich durch Empathie, feinen Humor und eine tiefe Menschenkenntnis aus. Mit Geschichten über Familie, Freundschaft und Leben in all seinen Facetten erreicht sie Leser:innen im In- und Ausland gleichermaßen. Grimaldis Erzählton ist nahbar, warm und oft überraschend – sie findet Worte für das, was viele fühlen, aber selten aussprechen.
Erscheinungstermin: 18.03.2026
Little Hollywood – Inga Hanka
Little Hollywood ist kein lauter Roman, sondern eine Geschichte über diesen seltsamen Zwischenraum nach dem Abitur, wenn alles möglich scheint und sich gleichzeitig nichts wirklich sicher anfühlt. Leonie steht genau an diesem Punkt ihres Lebens. Die Zukunft liegt offen vor ihr, doch statt Aufbruchsstimmung mischen sich Zweifel, familiäre Spannungen und unausgesprochene Erwartungen unter ihre Pläne. Freiheit fühlt sich plötzlich nicht nur leicht, sondern auch schwer an. Die Videothek Little Hollywood wird dabei zu mehr als nur einem Ort. Sie ist Rückzugsraum und Projektionsfläche zugleich, ein Platz, an dem Geschichten laufen, während Leonie versucht, ihre eigene zu verstehen. Zwischen flirrenden Sommertagen und leisen Unsicherheiten wächst in ihr langsam die Erkenntnis, dass Erwachsenwerden nicht in einem einzigen großen Moment geschieht, sondern in vielen kleinen Entscheidungen, die Mut verlangen. Inga Hanka erzählt mit feinem Gespür für diese Übergänge. Sie schreibt von Aufbruch, ohne die Überforderung auszublenden, und von Hoffnung, ohne die Zweifel kleinzureden. Gerade diese Mischung verleiht dem Roman eine besondere Nähe. Little Hollywood fühlt sich an wie ein Sommer, der sich unausweichlich verändert und dennoch etwas Bleibendes hinterlässt.
Man kann nicht zurückspulen, aber man kann entscheiden,
wie die nächste Szene beginnt.
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Inga Hanka ist eine deutsche Autorin, die sich in ihren Texten intensiv mit Identität und Selbstfindung auseinandersetzt. Ihre Figuren wirken authentisch, weil sie nicht glatt oder perfekt sind, sondern tastend ihren eigenen Weg suchen. Mit Little Hollywood legt sie einen Coming of Age Roman vor, der leise und gleichzeitig eindringlich von diesem Schritt ins eigene Leben erzählt.
Erscheinungstermin: 26.03.2026


Zugvögel wie wir – Julia Dibbern
In Zugvögel wie wir steht Eva an einem Punkt, an dem ihr Leben sich enger anfühlt als je zuvor. Die Musikkarriere, von der sie einst träumte, ist längst Vergangenheit, ihre Ehe zerbrochen und auch die Beziehung zu ihrer Tochter trägt Risse. Als sie im Schwedenurlaub spontan beschließt, dem Zug der Kraniche bis nach Frankreich zu folgen, wirkt dieser Entschluss zunächst wie eine Flucht. Doch mit Fahrrad und Zelt beginnt eine Reise, die weit über Kilometer hinausgeht.
Unterwegs begegnet Eva nicht nur Landschaften und fremden Menschen, sondern vor allem sich selbst. Die Natur wird zum Spiegel ihrer inneren Bewegung, das Unterwegssein zum Prozess des Loslassens. Julia Dibbern erzählt diese Geschichte ruhig und eindringlich und zeichnet das Porträt einer Frau, die sich traut, noch einmal neu anzufangen. Der Roman ist weniger Abenteuer als Selbstsuche und lebt von der leisen Frage, ob es möglich ist, sich selbst wiederzufinden, wenn man lange nur funktioniert hat.
Manchmal beginnt ein neuer Weg mit einer einzigen Entscheidung.
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Julia Dibbern wurde 1971 geboren und wuchs mit einer tiefen Verbundenheit zur Natur und zum Meer auf, die sich bis heute in ihren Texten widerspiegelt. Nach einem Architekturstudium absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin und veröffentlichte über viele Jahre hinweg Sachbücher zu gesellschaftlichen und ökologischen Themen. Zudem leitete sie eine Erwachsenenbildungsakademie und war intensiv in der Bildungsarbeit tätig. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Heute lebt sie mit ihrer Familie und einer wechselnden Anzahl von Tieren am Deich vor den Toren Hamburgs. Die Nähe zur Landschaft und zum Meer prägt nicht nur ihr Leben, sondern auch die atmosphärische Dichte ihrer Romane, in denen Natur häufig mehr ist als nur Kulisse.
Erscheinungsdatum: 11.03.2026
Erzähl mir alles – Elizabeth Strout
Es ist Herbst in Crosby, Maine, und die Tage wirken ruhig, fast unscheinbar. Lucy Barton lebt hier mit ihrem Ex Mann William in einem Haus am Meer, scheinbar angekommen in einem späteren Abschnitt ihres Lebens. Doch als eine ältere Frau aus dem Ort verschwindet, gerät diese stille Ordnung ins Wanken. Zwischen Gesprächen, Erinnerungen und leisen Beobachtungen öffnet sich ein Raum für Fragen, die Lucy längst verdrängt glaubte.
Auf ihren Spaziergängen mit Bob Burgess spricht sie über verpasste Möglichkeiten, über Entscheidungen, die sich nicht zurücknehmen lassen, und über das, was von einem Leben bleibt. Gleichzeitig tritt mit Olive Kitteridge eine Figur auf, die Strout Leserinnen und Lesern vertraut ist. Alt, scharfzüngig und zugleich überraschend verletzlich bringt sie eine neue Dynamik in Lucys Welt. Zwischen diesen Begegnungen entfaltet sich ein Roman über Freundschaft, Reue, Nähe und das fragile Gefühl von Kontrolle. Elizabeth Strout erzählt ruhig und präzise und zeigt einmal mehr, wie viel in den leisen Momenten liegt.
Vielleicht besteht das Leben nicht aus Gewissheiten, sondern aus Gesprächen.
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Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren und zählt zu den bedeutendsten amerikanischen Stimmen der Gegenwartsliteratur. Ihre Romane sind internationale Bestseller und vielfach ausgezeichnet. Für Mit Blick aufs Meer erhielt sie den Pulitzerpreis. Auch Werke wie Oh, William und Die Unvollkommenheit der Liebe standen auf renommierten Preislisten, darunter der Man Booker Prize. Mit Erzähl mir alles erreichte sie 2025 die Shortlist des Women’s Prize for Fiction. Für ihr literarisches Gesamtwerk wurde sie zudem mit dem Siegfried Lenz Preis geehrt. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City und ist bekannt für ihre feinsinnigen Figurenporträts und ihre präzise, unaufgeregte Sprache.
Erscheinungsdatum: 18.03.2026


Frankie unter Menschen – Jochen Gutsch
Frankie ist ein Kater mit klaren Prioritäten. Ein großes Bett, gutes Futter und vor allem sein Mensch Gold. Doch Gold ist verschwunden und sitzt seit Monaten in einer psychiatrischen Klinik. Als Frankie nach einem nächtlichen Ausflug in einem Müllauto landet und plötzlich weit weg von allem ist, was er kennt, beginnt für ihn eine unfreiwillige Reise durch eine Welt, die er bisher nur vom Fenster aus betrachtet hat. Auf der Suche nach seinem Zuhause begegnet er Shattab, einem Mädchen, das ebenfalls keinen festen Ort mehr hat. Zwischen Tankstellen, Mastfarmen und staubigen Straßen entsteht eine ungewöhnliche Gemeinschaft. Gemeinsam bewegen sie sich durch eine Landschaft, in der sie beide Fremde sind, verfolgt von einem Sheriff und umgeben von Figuren, die zwischen skurril, gefährlich und überraschend warmherzig schwanken.
Jochen Gutsch erzählt diese Geschichte aus der Perspektive eines Katers und schafft damit etwas Erstaunliches. Humor und Ernst liegen eng beieinander, Absurdität trifft auf gesellschaftliche Schärfe. Frankie unter Menschen ist Abenteuerroman und Freundschaftsgeschichte zugleich und stellt ganz nebenbei die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet und wer in einer Welt voller Grenzen wirklich dazugehört.
Vielleicht sind wir alle nur unterwegs und hoffen, dass jemand auf uns wartet.
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Jochen Gutsch wurde 1971 geboren und lebt als Journalist und Schriftsteller in Berlin. Für seine journalistische Arbeit erhielt er unter anderem den Theodor Wolff Preis und den Henri Nannen Preis. Gemeinsam mit Maxim Leo veröffentlichte er mehrere Bestseller, darunter Es ist nur eine Phase, Hase. Mit dem Roman Frankie gelang ihm 2023 ein großer literarischer Erfolg. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und fand international ein breites Publikum. Gutsch verbindet in seinen Texten Humor mit gesellschaftlicher Beobachtung und erzählt von Außenseitern mit Empathie und feinem Gespür für Zwischentöne.
Erscheinungsdatum: 11.03.2026
Die Namen – Florence Knapp
1987 steht Cora vor einer scheinbar einfachen Entscheidung. Sie will die Geburt ihres Sohnes anmelden und muss seinen Namen eintragen lassen. Doch zwischen Tradition, Erwartung und eigener Hoffnung wird dieser Akt zu etwas Größerem. Ihr Mann Gordon besteht auf dem alten Familiennamen, der seit Generationen weitergegeben wird. Ihre Tochter wünscht sich Bear. Cora selbst denkt an Julian, an die Möglichkeit eines anderen Weges, eines anderen Lebens.
Florence Knapp erzählt in Die Namen von drei Varianten einer Biografie und davon, wie sehr eine einzige Entscheidung den Verlauf eines Lebens prägen kann. Der Roman begleitet eine Familie über Jahre hinweg und zeigt, wie Identität entsteht, wie Rollenbilder weitergegeben oder durchbrochen werden und wie Liebe selbst unter schwierigen Bedingungen Bestand haben kann. Es ist eine Geschichte über Freiheit und Erwartung, über Mut und die leise Frage, ob wir unserem Schicksal ausgeliefert sind oder es formen können.
Ein einziger Moment kann alles verändern.
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Florence Knapp veröffentlichte zuvor ein Sachbuch über Quiltmaking und arbeitete an einem Projektbuch für das Victoria and Albert Museum in London mit. Mit Die Namen legt sie nun ihren ersten Roman vor, der international in mehr als zwanzig Ländern erscheint. Sie lebt mit ihrem Mann, ihrem Hund und in der Nähe ihrer zwei erwachsenen Kinder unweit von London. Ihr literarisches Debüt verbindet eine klare, zugängliche Sprache mit einer erzählerischen Idee, die zugleich intim und universell wirkt.
Erscheinungsdatum: 02.03.2026

Der März 2026 zeigt, wie unterschiedlich Hoffnung aussehen kann. Mal liegt sie in einem Neuanfang, mal in einer Reise, mal in einer Entscheidung, die zunächst unscheinbar wirkt. Diese Romane erzählen von Menschen, die zweifeln, suchen und trotzdem weitergehen. Vielleicht ist genau das der gemeinsame Nenner all dieser Geschichten. Dass Veränderung selten laut beginnt, sondern oft mit einem leisen Gedanken, einem Schritt ins Ungewisse oder einem Namen auf einem Formular.


