Great Big Beautiful Life

  • Titel: Great Big Beautiful Life
  • Autor/in: Emily Henry
  • Verlag: Knaur
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • Genre: Romane & Erzählungen
  • Seiten: 464

Great Big Beautiful Life  – Emily Henry

Ich habe Great Big Beautiful Life von Emily Henry mit unglaublich großer Vorfreude begonnen. Nach Funny Story, das für mich ein echtes Highlight war, hatte ich hohe Erwartungen an diesen Roman. Rückblickend muss ich sagen, dass genau diese Erwartungen mein Leseerlebnis stark geprägt haben. Vielleicht sogar zu stark.

Der Einstieg fiel mir noch leicht. Der Schreibstil ist typisch Emily Henry, flüssig, atmosphärisch und grundsätzlich sehr angenehm zu lesen. Gerade am Anfang war ich überzeugt, dass mich auch diese Geschichte emotional abholen würde. Alice als Protagonistin hat mir zunächst gut gefallen. Sie wirkt ruhig, nahbar und durch viele kleine Details sehr menschlich. Man kann sich gut in sie hineinversetzen, ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Sie ist kein lauter Charakter, sondern eher einer, der leise wirkt und genau dadurch eine gewisse Wärme ausstrahlt.

Ich glaube, meine Mom liebt mich,
weil ich ihre Tochter bin, nicht weil ich ich bin.
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Mit fortschreitender Handlung ließ diese anfängliche Begeisterung jedoch immer mehr nach. Die Geschichte entwickelt sich für mein Empfinden sehr langsam, ohne dass dabei eine wirkliche emotionale Spannung aufgebaut wird. Besonders die Geschichte in der Geschichte konnte mich leider überhaupt nicht erreichen. Statt Neugier oder dem Wunsch weiterzulesen, stellte sich bei mir zunehmend das Gefühl ein, auf der Stelle zu treten. Ich habe gemerkt, dass ich weniger in der Geschichte versinke und immer häufiger innerlich Abstand nehme.

Ein weiterer Punkt, der mein Leseerlebnis deutlich beeinflusst hat, ist die Figurenkonstellation. Während Alice für mich weiterhin stimmig blieb, konnte ich mit Hayden kaum warm werden. Er wirkte auf mich zunehmend aufgesetzt und wenig authentisch, fast so, als würde seine Rolle mehr funktionieren müssen, als dass sie sich natürlich entwickelt. Besonders enttäuschend fand ich die fehlende Chemie zwischen den beiden. Gerade diese emotionale Verbindung zwischen den Hauptfiguren ist für mich sonst eine große Stärke von Emily Henry. Hier blieb sie jedoch aus, wodurch viele gemeinsame Szenen ihre Wirkung verfehlten.

Für den, den man liebt? Alles.
Man macht die Welt kaputt und baut eine neue.
Man tut alles, um ihm das zu geben, was er braucht.
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Je weiter ich gelesen habe, desto deutlicher wurde mir, dass sich mein eigenes Leseempfinden verändert hat. Vielleicht bin ich kritischer geworden, vielleicht habe ich andere Erwartungen an Romane dieser Art entwickelt. Great Big Beautiful Life ist kein schlechtes Buch, aber eines, das mich emotional nicht tragen konnte. Die Idee hat Potenzial, der Schreibstil ist solide, doch mir fehlte das Gefühl, wirklich berührt oder mitgerissen zu werden. Am Ende bleibt für mich ein Roman, der okay ist, aber hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Eine Geschichte, die zeigt, dass selbst Lieblingsautorinnen nicht immer den eigenen Nerv treffen und dass sich der eigene Blick auf Bücher mit der Zeit verändert.

1 Henry, E. (2025). Great Big Beatiful Life. Knaur.
2 Henry, E. (2025). Great Big Beatiful Life. Knaur.

 

 

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