I fell in love with hope

  • Titel: I fell in love with hope
  • Autor/in: Lancali
  • Verlag: Forever
  • Erscheinungsjahr: 2024
  • Genre: Romane & Erzählungen
  • Seiten: 432

I fell in love with Hope  – Lancali

Manche Bücher liest man, und manche Bücher brechen einem leise das Herz, nur um es danach vorsichtig wieder zusammenzusetzen. I fell in love with Hope von Lancali gehört für mich genau in diese zweite Kategorie. Schon bevor man die erste Seite aufschlägt, spürt man, dass dieser Roman mehr sein will als nur eine Geschichte. Das Cover wirkt dunkel und beinahe märchenhaft mit seinen floralen Details und den skelettierten Händen, und es transportiert sofort dieses Gefühl von Vergänglichkeit. Gleichzeitig liegt darin etwas Zartes, etwas Hoffnungsvolles, und genau diese Spannung trägt auch die gesamte Erzählung. Im Mittelpunkt steht Sam, der nach einem schweren Verlust beschlossen hat, nie wieder zu lieben. Im Krankenhaus trifft er auf eine Gruppe todkranker Jugendlicher, die mehr sind als nur Mitpatientinnen und Mitpatienten. Neo, Coeur, Sony und Hikari werden zu einer selbstgewählten Familie, die zwischen Krankenhausfluren und leisen Sternenmomenten versucht, das Leben noch einmal mit beiden Händen festzuhalten.

Besonders ihre Dynamik hat mich tief berührt. Zwischen Galgenhumor, ehrlicher Angst und bedingungsloser Loyalität entstehen Gespräche, die gleichzeitig leicht und unfassbar schwer sind. Man lächelt beim Lesen, und im nächsten Moment sitzt da dieser Kloß im Hals. Der Schreibstil ist ungewöhnlich poetisch und stellenweise fast fragmentarisch, viele Sätze fühlen sich an wie Gedanken, die direkt aus einem verletzlichen Inneren stammen. Das ist intensiv und manchmal überwältigend, doch genau darin liegt die Stärke des Romans, denn die Emotionen werden nicht erklärt, sondern spürbar gemacht. Auch die Liebesgeschichte entfaltet sich leise und zerbrechlich, sie lebt von Blicken, von kleinen Gesten und von der schmerzhaften Erkenntnis, dass Zeit hier ein kostbares Gut ist. Kitsch sucht man vergeblich, stattdessen entsteht eine Liebe, die von Anfang an unter einem unausweichlichen Schatten steht und gerade dadurch so erschreckend echt wirkt.

Just because the stars fell doesn’t mean they weren’t worth wishing on.1

Ein klassisches Happy End schenkt diese Geschichte nicht, der Schmerz ist real, und die Verluste sind endgültig. Dennoch liegt zwischen all der Trauer eine stille Form von Frieden. Im Kern geht es nicht darum, dem Tod zu entkommen, sondern darum, ihm mit Würde, Nähe und Hoffnung zu begegnen. Dadurch wird das Krankenhaus nicht zu einem kalten Ort, sondern zu einem Raum voller Menschlichkeit. Hoffnung erscheint hier nicht als naive Illusion, sondern als bewusste Entscheidung, weiterzufühlen, weiterzulieben und weiterzuleben, solange es möglich ist. I fell in love with Hope ist keine leichte Lektüre, sondern emotional fordernd, traurig und manchmal kaum auszuhalten. Wer jedoch bereit ist, sich darauf einzulassen, bekommt eine Geschichte, die lange nachhallt und tief unter die Haut geht. Für alle, die poetische Sprache lieben, Found Family Dynamiken schätzen und auch bittersüße Enden aushalten können, ist dieser Roman ein intensives Leseerlebnis, das noch lange im Herzen bleibt.

1 Lancali. (2024). I fell in love with hope. Forever.

 

 

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