Meine Kindheit verbrachte ich in der ehemaligen DDR. Wenn ich heute daran denke, sehe ich nicht zuerst Straßen oder Wohnungen vor mir, sondern Buchseiten. Dünnes Papier, weich gelesen, Einbände, die sich irgendwann von selbst öffneten, weil man sie so oft in der Hand hatte. Diese Bücher standen nicht einfach im Regal. Sie gehörten zum Alltag. Man las sie langsam, blieb in ihnen, manchmal einen ganzen Nachmittag lang. Sie waren ruhig. Kinder liefen durch Wälder, saßen am Wasser, hörten Erwachsenen zu, die mehr schwiegen als erklärten. Hinter Freundschaft und Ferien lag oft noch etwas anderes. Vergangenheit, Geheimnisse, Fragen, auf die es keine schnellen Antworten gab.
Das System prägte die Literatur. Man spürte es in den Worten der Erwachsenenfiguren, in der Ordnung der Welt, in dem, was als richtig galt. Und doch entstand darin etwas Eigenes. Die Schriftsteller erzählten nicht laut. Sie schrieben vorsichtig und genau, oft zwischen den Zeilen. Vieles wurde nicht ausgesprochen, sondern angedeutet. Vielleicht wurden diese Bücher gerade deshalb so leise, weil das Entscheidende im Erleben lag und nicht in der Erklärung. Als Kind folgte man den Wegen durch den Wald oder den Tagen am Meer. Heute erkennt man, wie ernst man damals genommen wurde. Die Geschichten trauten einem zu, selbst zu denken. Sie gaben keine fertigen Antworten, sondern ließen Raum.
Viele dieser Bücher stehen noch immer in meinem Regal. Hin und wieder nehme ich eines heraus und lese ein paar Seiten. Und plötzlich ist alles wieder da. Nicht nur die Handlung, sondern die Stimmung, das eigene Denken von damals. Früher habe ich die Abenteuer gelesen. Heute lese ich die Zwischentöne.
Und was mich traurig macht ist, dass einiger dieser Titel heute kaum noch zu bekommen sind. Keine großen Neuauflagen, keine Stapel im Buchladen. Man findet sie nur noch mit Glück, im Antiquariat, auf Flohmärkten, in Kisten auf Dachböden. Gerade deshalb wirken sie für mich wie kleine Schätze. Die Zeit, in der sie entstanden sind, gehört dazu. Aber darunter liegt etwas, das nicht altert. Freundschaft, Angst, Neugier, das Gefühl, eine Welt selbst zu entdecken. Deshalb lohnt es sich, diese Bücher noch einmal zu lesen. Nicht aus Nostalgie, sondern weil sie zeigen, wie viel Literatur Kindern zutrauen kann. Sie begleiten einen nicht nur einmal. Sie wachsen mit. Und manchmal sind sie ein Stück Heimat.

Ich bin die Nele – Peter Brock
Nele ist ein starkes Mädchen. Sie lebt allein mit ihrem Vater, zieht in eine fremde Stadt und steht dort zunächst ohne Freunde da, nur ein kleiner Vogel begleitet sie. Da hilft es, dass ihre Fantasie keine Grenzen kennt. Sie erfindet sich Geschichten, in denen die Welt größer und freundlicher wird. Manche halten das für Spinnerei, doch Nele lässt sich davon nicht beirren. Doch Nele wäre nicht Nele, wenn sie mit dem Verlust der Mutter nicht auf ihre ganz eigene Weise umgehen würde. Mit ihrer Fantasie erlebt sie die unglaublichsten Dinge Ein wunderbares Kinderbuch für Kinder ab 9 Jahren.
Peter Brock (1916–1982)
Geboren als Rudolf Brock, war ein deutscher Kinder und Jugendbuchautor, der auch unter dem Namen Peter Korb veröffentlichte. Bekannt wurde er vor allem durch Gestatten – Oskar, aber auch Bücher wie Der kleine Kuno und Die Wunderbrille waren sehr beliebt. Der kleine Kuno wurde bereits 1959 von der DEFA verfilmt.
In vielen seiner Geschichten beschäftigte er sich mit Kindern im Alltag, ihrem Verhältnis zur Technik und den Veränderungen der modernen Zeit. Sein Buch Ich bin die Nele widmete er seiner Frau Rut Brock, später wurde es unter dem Titel Ein Sonntagskind, das manchmal spinnt verfilmt.Ⅰ
Alfons Zitterbacke – Gerhard Holtz-Baumert
Alfons gilt als echter Unglücksrabe, bei ihm läuft selten etwas wie geplant. Sein Wellensittich spricht nicht, apportiert nicht, sorgt dafür aber für reichlich Chaos in der Wohnung und am Ende ist natürlich Alfons der Schuldige. Mit einem Nachnamen wie Zitterbacke macht es das nicht leichter. Doch Alfons hält mehr aus, als man ihm zutraut. Und wir kennen das doch alle noch aus der Kindheit: Tage, an denen einfach alles schiefgeht, ganz gleich wie sehr man sich bemüht.
In „So ein Struwwelpeter“ standen die Streiche der Kinder und ihre Bestrafung im Mittelpunkt. Übertreibung gehörte dazu, ein bisschen Schaudern auch. Wir haben es gelesen, noch einmal gelesen und die Reime irgendwann auswendig gekonnt. Die Bilder waren nichts für zarte Gemüter und vielleicht genau deshalb so einprägsam. Heute schaut man mit einem kleinen Schmunzeln darauf zurück. Vieles würde man anders erklären, manches anders begleiten. Und doch war es ein Buch, das man kannte, über das man sprach und das irgendwie zu unserer Kindheit gehörte. Und letztendlich sollten Eltern selbst entscheiden, ob sie dieses Buch ihren Kindern geben möchten oder nicht. Bücher sind Begegnungen und jede Familie darf ihren eigenen Weg damit finden. Vielleicht ist der Struwwelpeter heute weniger ein Erziehungsbuch als ein Zeitdokument. Ein Blick darauf, wie man früher dachte und wie wir heute darüber sprechen. Und damit ein Teil unserer eigenen Geschichte.
»Der pädagogisch erhobene Zeigefinger reckt sich zwar aus jeder Seite, doch sparte Stengel nicht mit Witz.« Berliner Zeitung
Hansgeorg Stengel (1922–2003)
Arbeitete als Journalist, Dichter und Satiriker. Anfang der 1950er Jahre zog er nach Ost Berlin und arbeitete zunächst als Redakteur bei der Satirezeitschrift Frischer Wind, die später unter dem Namen Eulenspiegel erschien. Bis 1959 war er dort als Redakteur für Sprache und Stil tätig, danach wirkte er als freier Autor.Ⅰ
Der brave Schüler Ottokar – Ottokar Domma
Ottokar hat es in der Schule nicht immer leicht. Vor allem dann nicht, wenn man zwölf Jahre alt ist und einen Namen trägt, der sofort auffällt. Als braver Schüler bemüht er sich, alles richtig zu machen, gerät aber gerade dadurch immer wieder in die seltsamsten Situationen. Mit Witz, Einfallsreichtum und einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein findet er dennoch seinen Weg durch den Schulalltag.
Otto Häuser (1924–2007),
Ist bekannt unter dem Namen Ottokar Domma, er war ein tschechisch deutscher Schriftsteller, Journalist und Kinderbuchautor. Berühmt wurde er durch seine satirischen Geschichten rund um den Schüler Ottokar, mit denen er den Schulalltag humorvoll und oft augenzwinkernd betrachtete.
Er arbeitete lange für die Satirezeitschrift Eulenspiegel, schrieb Kabaretttexte und veröffentlichte daneben auch pädagogische Artikel. Zur Ottokar Reihe erschienen später Sammelbände, Tonaufnahmen seiner Lesungen sowie 1976 der Kinofilm Ottokar der Weltverbesserer.Ⅰ
Ⅰ Quellen und Medienangaben: Wikipedia, Verlagsseiten und bibliografische Datenbanken

Wir waren Kinder, und zwischen den Seiten wurde die Welt größer.
Käuzchenkuhle – Horst Beseler
Zum 100. Geburtstag von Horst Beseler erschien der Jugendbuchklassiker in einer besonderen Jubiläumsausgabe neu. Eine Geschichte, die schon viele Generationen junger Leser gefesselt hat. Jean Paul, von allen nur Jampoll genannt, verbringt seine Ferien widerwillig im märkischen Dorf Wolfsruh bei seinen Großeltern. Was zunächst nach Langeweile klingt, verändert sich schlagartig, als er zufällig ein bedrohliches Gespräch mithört. Ein Fremder setzt seinen Großvater unter Druck. Zwischen den beiden liegt ein düsteres Geheimnis aus der Vergangenheit. Gemeinsam mit seinen Freunden Kristian, Schraube und Spinne Schnarr beginnt Jampoll nachzuforschen. Ihre Spur führt sie zu einem abgelegenen Ort im Wald, der Käuzchenkuhle. Dort stoßen sie auf ein Verbrechen, das bis in die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs zurückreicht. Ein spannender Roman über Freundschaft, Zusammenhalt und den Mut, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Ein Jugendbuch, das bis heute nichts von seiner Kraft verloren hat.
Horst Beseler (1925-2004)
Benno Pludra (1925 -2014)
Autorin und Drehbuchschreiberin mit einem besonderen Blick für kindliche Fantasie. Auch »Moritz in der Litfaßsäule« fand seinen Weg auf die Leinwand. Lyrikerin, Schriftstellerin und eine der erfolgreichsten Kinderfilmautorinnen der DEFA. In ihren Geschichten verbindet sie Fantasie mit Ernsthaftigkeit und nimmt die Gedanken und Gefühle von Kindern stets auf Augenhöhe ernst. Ihre Werke zeigen, wie außergewöhnlich das Alltägliche werden kann, wenn man es mit Neugier betrachtet. Sie ist die Großmutter des Schauspielers und Musikers Christoph Kożik, der durch die Kinder- und Jugendserie Schloss Einstein in den frühen 2000ern bekannt wurde.Ⅰ

Die Buchreihe »Die Söhne der Großen Bärin«, Liselotte Welskopf Henrich, begleitet Harka und sein Volk durch eine Zeit des Umbruchs. Die Welt der Prärie verändert sich, vertraute Wege verschwinden, Entscheidungen werden schwerer. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Verantwortung und darum, den eigenen Platz zu finden, während sich alles verschiebt. Nicht das Abenteuer steht im Mittelpunkt, sondern das Erwachsenwerden in einer unsicheren Zeit. Lernen zuzuhören, die Zeichen der Natur zu verstehen, richtig zu handeln, auch wenn es keinen einfachen Weg gibt. Jede Begegnung hinterlässt Spuren und Schritt für Schritt wächst aus dem Jungen ein Mensch, der tragen muss, was größer ist als er selbst. Eine ruhige, ernste Geschichte über Würde, Zusammenhalt und den Versuch, die eigene Identität zu bewahren, wenn die Welt sich verändert.
„Das Wissen um andere Völker, ihre Geschichte und Kultur, ihr Dasein und Sterben,
sollte das wichtigste im Weltunterricht sein.“
Liselotte Welskopf Henrich
Diese Bücher standen nicht einfach im Regal. Sie warteten. Und jedes Mal, wenn ich eines herauszog, wurde es still um mich herum. Ich habe sie nicht nur gelesen, ich bin in ihnen verschwunden. Das Zimmer, die Wände, der Nachmittag, alles trat zurück. Übrig blieb die Weite. Gras, das sich im Wind bewegt, ein Himmel ohne Ende, ein Fluss, der leise durch die Landschaft zieht. Ich lief mit, hörte zu, lernte sehen.
Als Kind verstand ich die Welt darin auf eine ganz unmittelbare Weise. Achtung vor dem Leben, vor Tieren, vor Menschen, die mit der Natur leben statt gegen sie. Freundschaft, Mut, Verlust, Würde. Es waren keine lauten Abenteuer, sondern Geschichten, die sich ruhig in mir festsetzten und dort blieben. Und manchmal war da dieses Gefühl, das ich nie erklären konnte. Dass ich nicht nur eine Leserin war. Dass irgendwo ein Teil von mir mit am Feuer saß, aufmerksam lauschte, die Zeichen der Landschaft verstand und wusste, wann man schweigen muss. Vielleicht war ich kein Kind der Dakota. Aber in meiner Vorstellung durfte ich es sein. Und dieses Gefühl von Weite und Zugehörigkeit hat mich nie wieder ganz verlassen. Darum greife ich heute noch danach. Nicht aus Nostalgie allein, sondern weil sie etwas bewahrt haben, das man später im Leben selten wiederfindet. Ruhe, Erdung und das leise Wissen, dass Geschichten uns prägen können, lange bevor wir es begreifen.
Liselotte Welskopf Henrich (1901-1979) war Schriftstellerin und Historikerin. Während der Zeit des Nationalsozialismus beteiligte sie sich am Widerstand. Mit Die Söhne der Großen Bärin schuf sie 1951 einen der prägendsten Indianerromane, den sie später zu einem sechsteiligen Werk ausbaute. Ihre Bücher entstanden nicht aus reiner Vorstellung, sondern aus Begegnungen und Erfahrungen in Nordamerika. Auch deshalb verlieh ihr der Stamm der Oglala den Ehrennamen Lakota Tashina, Schutzdecke der Lakota. Sie war zugleich Professorin für Alte Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität und international anerkannt, als Wissenschaftlerin wie als Erzählerin. Die Stammesgruppe der Oglala verlieh ihr für ihre tatkräftige Unterstützung des Freiheitskampfes der nordamerikanischen Indianer den Ehren-Stammesnamen Lakota-Tashina, »Schutzdecke der Lakota«.

Timur und sein Trupp – Arkadi Gaidar
Der vierzehnjährige Timur Garajew führt mit seinen Freunden heimlich gute Taten aus. Sie helfen Familien von Frontsoldaten und unterstützen besonders die Frauen und Witwen im Ort. Doch nicht alle sind begeistert von ihrem Einsatz, eine andere Jungenbande treibt Unfug und macht ihnen das Leben schwer. Als die dreizehnjährige Shenja ihre Ferien dort verbringt, gerät einiges durcheinander, zugleich entstehen neue Freundschaften und gemeinsame Abenteuer.
»Timur und sein Trupp« war bei uns Pflichtlektüre. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir das Buch in der Schule lesen mussten. Es gehörte einfach dazu, so wie viele Geschichten, die die deutsch sowjetische Freundschaft betonen sollten. Im Unterricht sprachen wir über Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Solidarität. Timur und seine Freunde standen für Verantwortung und Gemeinschaftssinn, Werte, die uns nahegebracht werden sollten. Damals war das selbstverständlich Teil des Lehrplans. Und trotzdem blieb nicht nur die Botschaft im Kopf, sondern auch das Gefühl von Freundschaft und Abenteuer. Zwischen Pflichtlektüre und Idealen erzählte das Buch eben auch von Mut, Zusammenhalt und davon, dass junge Menschen etwas bewegen können.
Arkadi Gaidar (1904–1941)
Geboren unter dem bürgerlichem Namen Arkadi Petrowitsch Golikow, war selbst Teil des sowjetischen Mythos. Er diente als Kommandeur in der Roten Armee, wurde früh verwundet, später Schriftsteller und fiel schließlich im Zweiten Weltkrieg. In der Sowjetunion wurde er zur Legendenfigur stilisiert und sein Timur zu einer Art pädagogischem Vorzeigehelden, der auch über die Landesgrenzen hinaus verbreitet wurde. »Timur und sein Trupp« war sein bekanntestes Werk. Viele seiner Romane wurde verfilmt.Ⅰ
Hirsch Heinrich – Fred Rodrian (Autor) und Werner Klemke (Illustration)
Hirsch Heinrich lebt zunächst in einem Wald in China und kommt später in einen deutschen Tierpark. Dort wird er freundlich aufgenommen und gewöhnt sich langsam ein. Doch als der Winter kommt und es stiller wird, überfällt ihn das Heimweh. Schließlich springt er über das Gehege und macht sich auf die lange Reise zurück in seine Heimat.
Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm – Jacob und Wilhelm Grimm
Ⅰ Quellen und Medienangaben: Wikipedia, Verlagsseiten und bibliografische Datenbanken
Kinderbuchverlag Berlin
Der Kinderbuchverlag Berlin wurde 1949 in Ost-Berlin gegründet und entwickelte sich zum zentralen Verlag für Kinderliteratur in der DDR. Das Programm umfasste Bilderbücher, Kinder- und Jugendromane, Lyrik, Märchen- und Sagensammlungen sowie Kinderlexika. Mitte der 1970er Jahre vergab der Verlag Förderpreise an Autoren und Grafiker. Von 1949 bis 1975 leitete Günther Schmidt den Verlag. Zwischen 1954 und 1960 erschien zudem die Kinderzeitschrift Unser Robinson.
Im Laufe der Jahre kam es zu mehreren Zusammenschlüssen, unter anderem 1963 mit dem Alfred Holz Verlag und 1975 mit dem Karl Nitzsche Verlag. Nach der Wiedervereinigung wurde der Verlag in eine GmbH umgewandelt und stark verkleinert. Ein späterer Zusammenschluss führte zum LeiV Leipziger Kinderbuchverlag. 1992 wurde der Verlag an die Meisinger-Verlagsgruppe verkauft, 2002 übernahm Beltz & Gelberg das Programm. Seither werden immer wieder klassische DDR-Titel neu aufgelegt und um bisher unveröffentlichte Werke ergänzt.
Verlag Neues Leben
Der 1946 gegründete Verlag Neues Leben war einer der bedeutendsten Jugendbuchverlage der DDR. Er veröffentlichte vor allem belletristische Literatur sowie Jugendzeitschriften und Zeitungen und gehörte zu den größten Verlagen des Landes.
Heute ist er Teil der Eulenspiegel Verlagsgruppe und steht vor allem für Sachbücher und Biografien aus den Bereichen Musik, Sport, Politik, Film und Theater. Der ursprüngliche Sitz befand sich am Berliner Gendarmenmarkt, heute arbeitet die Verlagsgruppe in Berlin-Mitte.
Altberliner Verlag
Der Altberliner Verlag war ein privates Verlagshaus in Berlin-Mitte und erhielt im Februar 1947 seine vollständige Lizenz. Erste große Erfolge erzielte er mit illustrierten Ausgaben der Märchen der Brüder Grimm. Zu den bekanntesten Veröffentlichungen gehörte später der Roman Die Söhne der großen Bärin, dessen vollständige sechsbändige Fassung Anfang der 1970er Jahre erschien.
Nach der Wende wurde der Verlag aus Parteivermögen verkauft und mehrfach weiterveräußert. Zwischen 1993 und 2003 erschienen noch Werke verschiedener Autoren, doch 2003 musste Insolvenz angemeldet werden und die Taschenbuchrechte gingen an den dtv Verlag. Ein letzter Neustartversuch folgte 2005, bevor der Verlag 2008 endgültig im Insolvenzverfahren endete.
- Quelle: https://www.ddr-museum.de/de/objects/1018808
- Söhne der Großen Bärin , Erstauflage erschien im Altberliner Verlag 1950/51 – bis ca. 1962 ff.
Zwischendurch erschienen die Bücher im Ravensburger Verlag ca. 1983, Die Neuauflagen sind jetzt beim Palisander Verlag erschienen
Am Ende bleibt mehr als eine Liste von Titeln. Diese Bücher erzählen nicht nur Geschichten von Kindern, sondern auch von einer Zeit. Manche entstanden unter Vorgaben, andere zwischen den Zeilen, viele einfach aus dem Wunsch heraus, jungen Lesern etwas mitzugeben. Und doch haben sie Generationen begleitet, geprägt und bis heute nicht ganz losgelassen. Vielleicht liest man sie heute anders. Aufmerksamer, ruhiger, mit Abstand. Aber genau darin liegt ihr Wert. Sie zeigen, wie Kindheit damals erzählt wurde und wie viel davon noch immer verstanden werden kann.
Kinderbücher aus dieser Zeit sind keine perfekten Erinnerungen, sondern echte. Und gerade deshalb lohnt es sich, sie wieder aufzuschlagen. Nicht um zurückzugehen, sondern um zu verstehen, woher unsere Lesegeschichten kommen. Vielleicht gibt es unter euch Leser, die sich erinnern, als wir Kinder der DDR waren. Heute leben wir in einem geeinten Deutschland. Als 1989 die Mauer fiel, änderte sich vieles und manches brauchte Zeit, um zusammenzuwachsen. Doch gerade in den Geschichten merkt man, wie nah wir uns immer schon waren. Kindheit fühlte sich auf beiden Seiten ähnlich an, nur die Bücher im Regal waren andere.
Und vielleicht ist genau das das Schöne daran, dass wir heute nicht mehr trennen müssen, sondern einander kennenlernen dürfen. Doch die Erinnerungen sind geblieben, leise und warm zwischen den Seiten. Und vielleicht lächeln wir gerade deshalb beim Lesen, weil wir darin nicht nur Geschichten finden, sondern ein Stück unseres eigenen Weges.
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Wir sind weitergegangen, doch die Geschichten sind geblieben.
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