Leise Geschichten bleiben.
Der April bringt eine Auswahl an Romanen mit, die genau das verkörpern, was wir uns von ruhigen, intensiven Lesestunden wünschen: Geschichten, die nicht laut sein müssen, um zu berühren. Es sind Bücher, die sich Zeit lassen, ihre Figuren entwickeln und ihre Wirkung oft erst nach und nach entfalten. Zwischen sommerlichen Settings, zwischenmenschlichen Konflikten und leisen Wendepunkten entsteht hier eine besondere Atmosphäre, die man nicht nebenbei liest, sondern bewusst erlebt. Was diese Titel verbindet, ist weniger ein gemeinsames Thema als vielmehr ein ähnliches Gefühl. Das sanfte Eintauchen in andere Leben. Manche erzählen von Neuanfängen, andere von Verlust, wieder andere von den Momenten dazwischen, die wir oft übersehen. Genau das macht sie so besonders – sie wirken nicht durch große Dramatik, sondern durch Nähe, Ehrlichkeit und eine gewisse Ruhe, die im Alltag manchmal fehlt.
Gerade deshalb sind diese Romane perfekt für Tage, an denen man einfach abschalten möchte. Für Stunden, in denen man sich treiben lässt, ohne Druck, ohne Eile. Und vielleicht sind es genau diese Geschichten, die einen am Ende am meisten begleiten – weil sie nicht nur unterhalten, sondern etwas in uns anstoßen.
Manche Geschichten liest man.
Andere fühlt man.
Fogandbooks

Der Sommer unseres Lebens – Carley Fortune
Fünfzehn Jahre nach einem prägenden Sommer kehrt Alice an den Ort zurück, an dem einst alles begann: Barry’s Bay. Zwischen glitzerndem Wasser, weitem Himmel und vertrauten Erinnerungen sucht sie nicht nur Abstand vom Alltag, sondern auch ein Stück von sich selbst. Doch die Vergangenheit bleibt nicht still – und zeigt sich in Gestalt von Charlie Florek, dem Jungen von damals, der längst kein Fremder mehr ist. Während Alice gelernt hat, sich hinter ihrer Kamera zu verstecken, begegnet Charlie dem Leben mit Leichtigkeit und Offenheit. Zwischen ihnen entsteht erneut eine Verbindung, die schnell über einen flüchtigen Sommer hinausgeht. Doch wo Gefühle wachsen, tauchen auch Fragen auf – nach Zukunft, nach Nähe und nach dem, was vielleicht nie ganz ausgesprochen wurde.
Carley Fortune erzählt eine atmosphärische Geschichte über zweite Chancen, über das Festhalten und Loslassen und darüber, wie sehr uns Orte und Erinnerungen prägen können. Ein Roman, der von Sommernostalgie getragen wird und gleichzeitig leise die Frage stellt, ob manche Begegnungen uns ein Leben lang begleiten.
Manche Sommer vergisst man nie.
Fogandbooks
Carley Fortune ist eine kanadische Autorin und Journalistin, die mit ihren gefühlvollen Sommerromanen international große Erfolge feiert. Ihre Bücher verbinden atmosphärische Schauplätze mit emotionalen Beziehungen und treffen damit den Nerv einer breiten Leserschaft. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin arbeitete sie unter anderem für renommierte Medien wie The Globe and Mail, Refinery29 und Toronto Life. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Toronto und gehört zu den prägenden Stimmen moderner Gegenwartsliteratur mit Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen und nostalgische Erzählwelten.
Erscheinungstermin: 16.04.2026
Happy Wife – Meredith Lavender & Kendall Shores
Nora steht am Rand einer Welt, in die sie nie wirklich hineingepasst hat. Zwischen alteingesessener Küstenelite und glänzender Influencer-Fassade wirkt ihr eigenes Leben in Winter Park, Florida, eher wie ein Stillstand. Doch als sie Will begegnet, scheint sich plötzlich alles zu verändern: Er ist erfolgreich, charismatisch und bietet genau das Leben, das ihr bisher verwehrt geblieben ist. Ihre Beziehung entwickelt sich rasant, fast zu schnell, um hinter die glänzende Oberfläche zu blicken. Was wie ein modernes Märchen beginnt, nimmt jedoch eine unerwartete Wendung, als Will nach einer Party spurlos verschwindet. Zurück bleibt nicht nur ein Netz aus Fragen, sondern auch ein wachsender Verdacht, der sich immer stärker auf Nora richtet. Während Gerüchte die Runde machen und die Wahrheit im Verborgenen bleibt, beginnt für sie ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen die Version der Geschichte, die andere über sie erzählen.
„Happy Wife“ verbindet gesellschaftliche Beobachtung mit psychologischer Spannung und stellt die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennen kann – selbst dann, wenn man glaubt, ihn geheiratet zu haben.
Wahrheit ist manchmal das Gefährlichste.
Fogandbooks
Meredith Lavender arbeitet seit über zwanzig Jahren als Drehbuchautorin und ausführende Produzentin für das Fernsehen. Zuletzt war sie als Showrunnerin und Executive Producerin der Serie The Flight Attendant tätig und entwickelt aktuell neue Projekte für Plattformen wie A&E und Paramount+. Kendall Shores verfügt über rund siebzehn Jahre Berufserfahrung in unterschiedlichen Bereichen – von der Fördermittelarbeit für ein gemeinnütziges Museum in Orlando bis hin zur strategischen Kommunikationsberatung für große Organisationen. Beide Autorinnen leben mit ihren Familien in Atlanta – und vermutlich mit etwas zu vielen Hunden.
Erscheinungstermin: 22.04.2026


Heimkehr nach Morioka – Yuki Ibuki
Mit „Heimkehr nach Morioka“ erzählt Yuki Ibuki eine leise, eindringliche Geschichte über das Innehalten und die Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Als die siebzehnjährige Mio dem hektischen Alltag Tokyos entflieht, sucht sie nicht nur Abstand, sondern auch einen Ort, an dem sie einfach sein darf – fern von Erwartungen und Rechtfertigungen. Auf dem Land bei ihrem Großvater eröffnet sich ihr eine neue Welt: geprägt von Ruhe, Natur und einem traditionellen Handwerk, das Geduld und Hingabe erfordert. Während Mio das Spinnen, Färben und Weben für sich entdeckt, verändert sich ihr Blick auf sich selbst und ihr Leben. In der Arbeit mit Wolle, Farben und Texturen liegt nicht nur Kreativität, sondern auch ein Prozess des Verstehens und Heilens.
Der Roman entfaltet seine Wirkung in ruhigen Bildern und einer fast meditativen Atmosphäre. Er erzählt von Selbstfindung, von familiären Verbindungen und davon, wie wichtig es manchmal ist, sich zu lösen, um wirklich anzukommen.
Heilung kann erst dann beginnen, wenn wir zur Ruhe kommen.
Fogandbooks
Yuki Ibuki wurde 1969 in der Präfektur Mie geboren und studierte Jura an der Chuo University. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst in einem Verlag, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Mit ihrem zweiten Roman „49 Days of Recipes“ gelang ihr in Japan der Durchbruch. Auch ihre weiteren Werke wurden vielfach ausgezeichnet: „Midnight Bus“ stand auf der Shortlist für den renommierten Naoki-Preis und wurde später erfolgreich verfilmt. Ibuki zählt heute zu den bedeutenden Stimmen der zeitgenössischen japanischen Literatur.
Erscheinungsdatum: 21.04.2026
Summer Storms – Sarah McLean
Mit „Summer Storms“ erzählt Sarah MacLean eine Geschichte, die familiäre Spannungen mit sommerlicher Leichtigkeit und emotionaler Tiefe verbindet. Nach Jahren der Distanz kehrt Alice Storm widerwillig auf die abgelegene Privatinsel ihrer Familie zurück – ein Ort voller Erinnerungen, ungelöster Konflikte und unausgesprochener Wahrheiten. Der Tod ihres Vaters zwingt sie und ihre Geschwister, sich nicht nur miteinander, sondern auch mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Bedingung für das Erbe – eine Woche auf der Insel, verbunden mit individuellen Aufgaben – wird dabei schnell zum Katalysator für alte Wunden und neue Erkenntnisse. Dass ausgerechnet der Assistent ihres Vaters, der über alles wacht, eine unerwartete Verbindung zu Alice hat, verleiht der Situation zusätzliche Spannung.
Zwischen Familiengeheimnissen, inneren Konflikten und leisen Annäherungen entfaltet sich ein Roman, der sowohl von Zugehörigkeit als auch von Selbstbestimmung erzählt. „Summer Storms“ verbindet emotionale Intensität mit einer sommerlich dichten Atmosphäre und stellt die Frage, was Familie wirklich bedeutet und wie viel Vergangenheit man loslassen kann.
Man kann seiner Familie entkommen, aber nicht der Vergangenheit.
Fogandbooks
Sarah MacLean ist eine international erfolgreiche Bestsellerautorin, deren Werke regelmäßig auf den Listen der New York Times und USA Today erscheinen. Ihre Romane wurden in mehr als 25 Sprachen übersetzt und erreichen weltweit ein breites Publikum. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit war sie unter anderem als Kolumnistin für die New York Times und die Washington Post tätig. Sie engagiert sich zudem als Mitbegründerin der Initiative „Authors Against Book Bans“ und setzt sich für die Bedeutung moderner Liebesromane als Ausdruck feministischer Perspektiven ein. Sarah MacLean lebt in New York.
Erscheinungsdatum: 27.04.2026


Weisser Sommer – Eva Pramschüfer
„Weisser Sommer“ erzählt von einer Liebe, die einst alles bedeutete – und nun an einem Punkt angekommen ist, an dem sie neu verhandelt werden muss. Alma und Théo stehen zwischen Nähe und Distanz, zwischen dem, was sie füreinander empfinden, und dem, was sie voneinander entfernt hat. Ihre gemeinsame Geschichte ist noch nicht zu Ende, aber sie ist brüchig geworden. Um herauszufinden, ob ihre Beziehung eine Zukunft hat, ziehen sie sich für einen letzten Sommer in das Haus von Almas Eltern in Frankreich zurück. In der Abgeschiedenheit, fern vom Alltag, entsteht ein Raum für Gespräche, Erinnerungen und unausgesprochene Wahrheiten. Was zunächst wie ein Versuch wirkt, etwas zu retten, entwickelt sich zunehmend zu einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst und miteinander.
Eva Pramschüfer verbindet in ihrem Debütroman sprachliche Sensibilität mit emotionaler Klarheit. „Weisser Sommer“ ist eine stille, eindringliche Geschichte über das Lieben und Loslassen – und darüber, wie schwer es sein kann zu erkennen, wann beides zusammengehört.
Manchmal reicht Liebe nicht, um zu bleiben.
Fogandbooks
Eva Pramschüfer, geboren 1997, arbeitet als Journalistin in München, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und Condé Nast. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit teilt sie ihre Begeisterung für Literatur auf Social Media und erreicht dort ein breites Publikum. Als Speakerin zu den Themen Schreiben und Content Creation war sie unter anderem auf der Frankfurter Buchmesse sowie bei Veranstaltungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vertreten. „Weißer Sommer“ ist ihr literarisches Debüt.
Erscheinungsdatum: 17.04.2026
Zwei Väter – John Niven
Mit „Zwei Väter“ erzählt John Niven eine ebenso bissige wie berührende Geschichte über zwei Männer, deren Leben unterschiedlicher kaum sein könnten – und die doch mehr verbindet, als es zunächst scheint. Auf einer Entbindungsstation in Glasgow kreuzen sich ihre Wege zum ersten Mal: Dan, erfolgreicher Fernsehautor mit großen literarischen Ambitionen, und Jada, ein Kleinkrimineller, der eigentlich kurz vor seinem letzten großen Coup steht. Was als zufällige Begegnung beginnt, entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer ungewöhnlichen Verbindung. Immer wieder geraten ihre Leben aus den Fugen, immer wieder treffen sie aufeinander – getragen von Verlust, Entscheidungen und den Herausforderungen, die das Vatersein mit sich bringt. Dabei geraten nicht nur ihre Lebensentwürfe ins Wanken, sondern auch ihre Vorstellungen davon, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen.
John Niven verbindet scharfen, schwarzen Humor mit einer eindringlichen Betrachtung gesellschaftlicher Unterschiede und persönlicher Brüche. „Zwei Väter“ ist ein Roman über Männlichkeit, soziale Gegensätze und die Frage, wie viel man verlieren muss, um sich selbst wirklich zu begegnen.
Das Leben führt manchmal die Falschen zusammen, damit sie einander retten.
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John Niven wurde 1966 in Schottland geboren. In den 1980er-Jahren war er als Musiker aktiv, bevor er nach seinem Literaturstudium zunächst in der Musikindustrie als A&R-Manager arbeitete. Seit 2002 widmet er sich vollständig dem Schreiben. Mit seinem Roman „Kill Your Friends“ gelang ihm ein internationaler Durchbruch; das Buch wurde später auch verfilmt. Es folgten zahlreiche weitere Werke, darunter „Coma“ und „Gott bewahre“. Neben Romanen schreibt Niven auch Drehbücher. Heute lebt er in der Nähe von London.
Erscheinungsdatum: 29.04.2026

Der April zeigt, wie vielschichtig Gegenwartsliteratur sein kann. Zwischen leisen Selbstfindungsgeschichten, komplexen Beziehungen und familiären Konflikten entstehen Romane, die sich Zeit nehmen, ihre Figuren wirklich sichtbar zu machen. Es sind Geschichten, die nicht von großen Wendungen leben, sondern von Zwischentönen, von Nähe und von den Momenten, in denen sich etwas leise verschiebt. Die ausgewählten Titel erzählen von Rückkehr und Aufbruch, von Liebe und Zweifel, von Herkunft und der Frage, wohin man eigentlich gehört. Dabei entstehen ganz unterschiedliche Räume – mal weit und ruhig, mal eng und konfliktreich, in denen Figuren sich selbst und einander neu begegnen. Gerade diese Mischung macht den Reiz aus: Bücher, die begleiten, statt zu überfordern. Die nicht nur unterhalten, sondern zum Nachdenken anregen und lange nachwirken. Geschichten, die zeigen, dass Veränderung oft leise beginnt und genau darin ihre größte Kraft liegt.


