Twisted Treason – Alexandra Flint
Die Rettung von Mondia hätte das Ende der Gefahr sein sollen. Stattdessen wird Sim von den Novas entführt und Remy bleibt ohne jedes Lebenszeichen zurück. Während die Weltenschreiber ihre Suche behindern, macht sie sich allein auf den Weg, ihn zu finden. Dabei stößt sie auf eine Wahrheit über ihre Herkunft, die alles erschüttert, woran sie bisher geglaubt hat. Verrat und Lügen lassen schließlich sogar ihr Vertrauen in sich selbst brüchig werden.
Als zweiter und abschließender Band der Mondia-Dilogie begleitet mich Twisted Treason schon eine ganze Weile. Trotzdem habe ich mich lange davor gedrückt, das Buch zu lesen. Ich wollte nicht, dass Remys und Sims Reise endet und wir die sagenumwobene Weltenbibliothek wieder verlassen müssen. Paris bildet erneut eine spektakuläre Kulisse, doch die Handlung führt zugleich durch verschiedene europäische Länder und Städte, die jeweils einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dadurch fühlt sich die Geschichte stellenweise wie eine fantastische Europareise an. Alexandra Flint verbindet diese Schauplätze mit einem außergewöhnlichen Worldbuilding, das die Welt der Bücher, Geschichten und verborgenen Zugänge lebendig werden lässt.
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Ich würde alles in meiner Macht Stehende tun, damit unser Ende genau so aussah: Er und ich – wir – und nichts dazwischen.1
Remy und Sim entwickeln sich im Finale noch einmal spürbar weiter. Beide überschreiten Grenzen, stellen sich gegen Autoritäten und kämpfen für das, was sie für richtig halten. Ihre Entscheidungen wirken nicht immer leicht oder vollkommen, dafür aber glaubwürdig und menschlich. Obwohl sie lange voneinander getrennt sind, bleibt ihre Verbindung ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Die Slow-Burn-Romanze drängt sich nie in den Vordergrund und verleiht Remys Suche dennoch zusätzliche emotionale Tiefe. Ihre Dynamik ist so einnehmend, dass ich mit beiden gebangt und gehofft habe. Auch Ludwig und Ninette erhalten ihre eigenen entscheidenden Augenblicke, während frühere Nebenfiguren zunehmend zu Schlüsselfiguren werden. Selbst einige Gegenspieler sind so vielschichtig gestaltet, dass ihre Beweggründe nachvollziehbar werden.
Alexandra Flint gibt der Geschichte trotz der zahlreichen Gefahren und Enthüllungen genügend Raum zum Atmen. Ihr bildhafter Schreibstil zieht tief in Mondia hinein und hat mich besonders auf den letzten Seiten jedes Zeitgefühl verlieren lassen. Das Ende hätte ich in dieser Form niemals erwartet, dennoch bildet es einen passenden Abschluss für Remys und Sims Geschichte. Bereits Silent Secrets hat gezeigt, wie eigenständig diese Urban-Romantasy ist. Statt bekannte Vampire oder Dämonen in den Mittelpunkt zu stellen, erschafft die Dilogie mit ihrer Weltenbibliothek ein ganz eigenes fantastisches Konzept. Vielleicht fällt der Abschied gerade deshalb so schwer. Ich wäre gerne noch sehr viel länger ein Teil von Mondia geblieben.
1 Flint, A. (2025). Twisted Treason (S. 200). Planet.










