Neue Kinderbücher 2026 für Sommertage und erste Herbstabende

Neue Kinderbücher 2026 für Sommertage und erste Herbstabende

Vom hellen Juni bis zu den ersten kühlen Septemberabenden verändert sich nicht nur die Jahreszeit. Auch beim Lesen beginnt für viele Kinder ab sechs Jahren eine neue Etappe. Geschichten werden länger, ihre Welten größer und ein Buch immer häufiger zu einem Abenteuer, das Seite für Seite selbst erobert werden kann. Die sechs Neuerscheinungen dieser Auswahl begleiten genau diesen Übergang. Eine Erinnerung an den Großvater öffnet die Tür zu einer vergangenen Kindheit, während in einem herbstlichen Wald ein rätselhafter Diebstahl aufgeklärt werden muss. Magische Steine sorgen für turbulentes Chaos, Musik verwandelt sich in eine ganze Inselwelt und tief im Libellenwald beginnen die Tiere zu flüstern. Dazu kommen persönliche Erlebnisse, die zeigen, dass Mut nicht mit der Abwesenheit von Angst beginnt.

Was diese unterschiedlichen Bücher verbindet? Sie trauen ihrem jungen Publikum zu, dass Humor und ernste Gefühle auf dieselbe Seite gehören dürfen. Dabei erklären sie die Welt nicht von oben herab. Sie laden Kinder dazu ein, genauer hinzusehen, eigene Fragen zu stellen und herauszufinden, welche Geschichten noch in ihnen selbst verborgen liegen.

Ein Kinderbuch macht die Welt nicht kleiner. Es schenkt der Fantasie den Mut, über jeden Rand hinauszuwachsen.

Fogandbooks

An Großvaters Hand – Michael Krüger

Wie erinnert man sich an eine Kindheit, die von Armut und Krieg geprägt war, ohne sie allein darauf zu reduzieren? Michael Krüger kehrt in An Großvaters Hand zu seinen ersten Lebensjahren zurück, die er bei seinen Großeltern auf dem Land verbrachte. Die Welt des kleinen Michael ist einfach, aber geborgen. Selbst sein Wunsch, eine Nacht allein im Wald zu verbringen, erzählt nicht nur von kindlichem Mut. Dahinter steht auch die Gewissheit, jederzeit in ein Zuhause zurückkehren zu können, in dem er geliebt wird.

Die Armut bleibt in diesen Erinnerungen sichtbar, bestimmt jedoch nicht den Blick des Kindes. Krüger verklärt den Mangel nicht. Er zeigt vielmehr, warum die Nähe seiner Großeltern damals schwerer wog als alles, was fehlte. Später führt ihn sein Weg in das zerstörte Berlin, wo eine andere Wirklichkeit auf ihn wartet. Tiere bewahren in beiden Lebenswelten ihren festen Platz. Der Professor Ziegenbock oder die rätselhafte Schildkröte Janek oder Jacek werden zu kleinen Ankern einer Vergangenheit, die in einzelnen Bildern wieder lebendig wird.

Ulrike Möltgens Illustrationen schmücken diese Erinnerungen nicht bloß aus. Sie führen sie mit malerischer Wärme weiter und geben auch dem Ungesagten Raum. Auf diese Weise entsteht ein ungewöhnliches Buch für Kinder und Erwachsene, das von einer vergangenen Zeit erzählt und zugleich eine zeitlose Frage stellt. Was bleibt von einer Kindheit, wenn Jahrzehnte vergangen sind? Oft sind es keine großen Ereignisse, sondern eine Hand, die Sicherheit gegeben hat.

 

Michael Krüger wurde 1943 in Wittgendorf bei Zeitz geboren und verbrachte seine ersten Lebensjahre bei seinen Großeltern. Nach dem Abitur absolvierte er in Berlin eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler und Buchdrucker. Gleichzeitig besuchte er philosophische Veranstaltungen an der Freien Universität. Einige Jahre arbeitete er als Buchhändler in London, bevor er 1968 als Lektor zum Carl Hanser Verlag wechselte. Von 1986 bis 2013 leitete er dessen Literaturverlag und prägte damit über Jahrzehnte die deutschsprachige Verlagslandschaft. Darüber hinaus war er Herausgeber der Literaturzeitschrift Akzente. Michael Krüger veröffentlichte zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Romane. In An Großvaters Hand richtet er seinen literarischen Blick erstmals ausführlich auf die eigene frühe Kindheit. Er lebt in München.

Ulrike Möltgen wurde 1973 in Wuppertal geboren und studierte Kommunikationsdesign. Ihr Diplom legte sie bei dem bekannten Illustrator und Kinderbuchautor Wolf Erlbruch ab. Seitdem arbeitet sie als freie Künstlerin und Illustratorin und hat zahlreiche Kinder- und Bilderbücher gestaltet. Zeitweise lehrte sie außerdem an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und in Ausstellungen gezeigt. Für An Großvaters Hand übersetzt sie Michael Krügers Erinnerungen in leuchtende, malerische Szenen. Ihre Bilder halten nicht nur Orte und Figuren fest, sondern lassen auch die Wärme erkennen, mit der der erwachsene Erzähler auf seine frühe Kindheit zurückblickt.

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Die Jahreszeiten-Detektive – Wer hat den Herbst gestohlen? – Sara Fandrey

Der Herbst hat den Wald der Tanzenden Birke in warme Farben getaucht. Überall werden Schlafplätze vorbereitet und Vorräte für die kalte Jahreszeit gesammelt. Auch Eichhörnchen Eilbert glaubt, bestens versorgt zu sein. Dann entdeckt er sein leeres Versteck. Sämtliche Nüsse sind verschwunden, und plötzlich steht der Verdacht im Raum, dass sich im Wald ein Dieb herumtreiben könnte. Damit beginnt der erste große Fall für Bär und Biene. Die beiden nehmen die Suche auf und folgen den Spuren durch den herbstlichen Wald. Der rätselhafte Diebstahl bietet jungen Leserinnen und Lesern genügend Gelegenheit, eigene Vermutungen anzustellen und gemeinsam mit dem ungewöhnlichen Ermittlerduo nach einer Erklärung zu suchen. Sara Fandrey verbindet die Spannung eines Kinderkrimis mit einem warmen Humor, der den Fall aufregend wirken lässt, ohne Kinder ab sechs Jahren zu überfordern.

Ihre farbenfrohen Illustrationen machen den Wald zu einem lebendigen Schauplatz und begleiten die Handlung durch alle 80 Seiten. Dadurch eignet sich Die Jahreszeiten-Detektive – Wer hat den Herbst gestohlen? sowohl zum Vorlesen als auch für erste eigene Leseversuche. Das Buch eröffnet eine geplante Reihe mit vier jahreszeitlichen Fällen, bleibt jedoch vollständig in sich abgeschlossen.

 

Sara Fandrey ist eine italienische Autorin und Illustratorin, die heute mit ihrer Familie in Portugal lebt. Schon als Kind experimentierte sie gern mit Farben und entwickelte daraus später ihren Beruf. Sie studierte an der italienischen Kunsthochschule Ars in Fabula und verbindet in ihren Arbeiten digitale Techniken mit traditioneller Malerei. Besonders wichtig sind ihr ausdrucksstarke Oberflächen und Texturen, durch die ihre Bilder eine eigene Tiefe erhalten. Wenn sie nicht schreibt oder zeichnet, liest sie ihren beiden Kindern vor oder spielt mit ihnen Verstecken. Für die Reihe der Jahreszeiten-Detektive entwickelt Sara Fandrey sowohl die Geschichten als auch die Illustrationen und erschafft damit die gesamte Welt rund um Bär, Biene und den Wald der Tanzenden Birke.

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Ein Otti für alle Fälle – Verflixt Steinerei – Nicola Anker

Wurfel hat sich den großen Stein-Tag ganz anders vorgestellt. In der Schule für magische Steinkünste erhält jedes junge Otti einen besonderen Stein, mit dem es Menschen und Tieren helfen soll. Wurfel hat sich bereits die herrlichsten Späße ausgemalt und hofft deshalb fest auf einen Spaß-Stein. Ausgerechnet ihm wird jedoch ein Wunsch-Stein zugeteilt. Verflixter Findling! Nun landet Wurfel bei Paul und seiner Familie. Was zunächst nach einer ziemlich undankbaren Aufgabe klingt, entwickelt sich schnell zu einem herrlich turbulenten Zauberabenteuer. Wünsche sind schließlich eine knifflige Angelegenheit. Sie wollen richtig verstanden werden, und selbst die beste Absicht kann ein höchst überraschendes Ergebnis hervorbringen. Wurfel bekommt also reichlich Gelegenheit, seinen ungeliebten Stein auszuprobieren und dabei herauszufinden, worauf es beim Helfen wirklich ankommt.

Nicola Anker erzählt diesen Reihenauftakt mit viel Sprachwitz und einem liebenswert eigensinnigen Helden, dessen Frust ebenso verständlich ist wie sein Tatendrang. Unter all dem Zauber und Familienchaos steckt eine schöne Idee über Hilfsbereitschaft und darüber, dass ein ausgesprochener Wunsch nicht immer verrät, was jemand tatsächlich braucht. Nikolai Rengers farbige Illustrationen tragen den Humor in den Bildern weiter und machen die Geschichte besonders einladend für Kinder ab sieben Jahren, die ihre ersten längeren Abenteuer selbst lesen möchten. Auch zum gemeinsamen Vorlesen eignet sich Wurfels verflixte Steinerei wunderbar.

 

Nicola Anker wuchs in einer bayerischen Kleinstadt auf, in der Kletterbäume schnell zu Pirateninseln und gewöhnliche Nachmittage zu kleinen Abenteuern wurden. Schon als Kind liebte sie Bücher und fantastische Welten. Beruflich führte ihr Weg zunächst in die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, bevor sie ein Schreibstudium mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur absolvierte. Heute arbeitet sie als freie Kinderbuchautorin und PR-Journalistin. In ihren Geschichten verbindet sie fantasievolle Einfälle mit viel Humor, Wärme und Figuren, die ihren eigenen Kopf haben.

Nikolai Renger wurde in Karlsruhe geboren und studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule Pforzheim. Seit 2013 arbeitet er im Atelier Remise in Karlsruhe als freier Illustrator für Verlage und Agenturen. Kinderbücher illustriert er seit 2015. Für Wurfels magische Welt lässt er liebenswerte Figuren, funkelnde Steine und kleine Zauberpannen entstehen. Seine lebhaften Bilder greifen den Wortwitz der Geschichte auf und verraten oft schon durch einen Gesichtsausdruck, dass der nächste Wunsch vermutlich anders ausgehen wird als geplant.

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Mutich!

Mut beginnt selten mit einem sicheren Gefühl. Viel häufiger klopft das Herz, die Gedanken werden laut und der nächste Schritt erscheint beinahe zu groß. Genau solche Augenblicke versammelt MUTICH! in persönlichen Geschichten bekannter Persönlichkeiten. Schon der Titel holt den Mut vom unerreichbaren Heldensockel und rückt ihn näher an das eigene Ich. Im Mittelpunkt stehen keine makellosen Erfolgsgeschichten. Die Beiträge erzählen von Unsicherheit und Verlust, von Menschen, die Halt geben, und von Träumen, die trotz aller Zweifel nicht aufgegeben werden. Dadurch zeigt das Buch, wie unterschiedlich Mut aussehen kann. Er steckt im Weitermachen, im Aussprechen der eigenen Gedanken oder in der Entscheidung, für einen anderen Menschen einzustehen. Wer legt schließlich fest, wie groß ein Schritt sein muss, damit er mutig genannt werden darf?

 

Für MUTICH! erzählen acht bekannte Persönlichkeiten von Augenblicken, in denen sie selbst Mut brauchten. Mit dabei sind die Musiker Nico Santos und Montez, die Fußballprofis Jonathan Tah und David Raum, Emilia Maier, Tomomi Themann und Loris Sichrovsky aus der Schauspielwelt sowie die Moderatorin und Autorin Clarissa Corrêa da Silva. Gemeinsam mit Saskia Niechzial, Annika Klee, Nora Burgard-Arp, Ayla Dade, Elli Mariyama Manneh und Lara Keuthen wurden ihre Erinnerungen in kindgerechte Geschichten verwandelt. So zeigt die Sammlung, dass auch bekannte Menschen zweifeln und ihren Mut erst finden müssen.

 

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Planet Pop – Eine Reise in die unendlichen Weiten populärer Musik – Franziska Gehm

Auf Planet Pop reicht kein gewöhnlicher Reisepass. Wer hier anlegt, braucht vor allem neugierige Ohren und Lust auf neue Klänge. Franziska Gehm verwandelt die Welt der populären Musik in eine farbenfrohe Inselgruppe, in der jedes Genre seine eigene Landschaft und besondere Regeln besitzt. Die Reise führt vom Mainstream-Pop weiter zu Hip-Hop, Punk, Techno oder Schlager, ohne sich jemals wie eine gewöhnliche Unterrichtsstunde anzufühlen. Statt trockener Definitionen warten originelle Einreisebestimmungen, augenzwinkernde Reisewarnungen und überraschende Geschichten aus der Musikgeschichte. Playlists machen das neu erworbene Wissen direkt hörbar, während Sonderseiten ungewöhnliche Rekorde, berühmte Tänze und prägende Künstlerinnen und Künstler vorstellen. Dadurch lädt das Buch nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Weiterhören und gemeinsamen Entdecken ein.

Horst Kleins wimmelige Illustrationen geben jeder musikalischen Insel ihren eigenen Charakter. Auf den 48 farbig gestalteten Seiten gibt es so viele kleine Anspielungen zu entdecken, dass selbst Erwachsene bei der Reise länger hängen bleiben dürften. Planet Pop ist ein ungewöhnliches Musiksachbuch für Kinder ab sieben Jahren und für alle, die ihren eigenen Sound noch suchen oder längst gefunden haben.

 

Franziska Gehm wurde 1974 in Sondershausen geboren. Sie studierte Anglistik, Psychologie und Interkulturelle Wirtschaftskommunikation in Deutschland, Irland und England. Anschließend unterrichtete sie an einem Gymnasium in Dänemark, arbeitete bei einem Wiener Radiosender und sammelte Erfahrungen als Kinderbuchlektorin. Heute lebt sie mit ihrer Familie in München und schreibt sowie übersetzt Kinderbücher. Gemeinsam mit Horst Klein hat sie bereits mehrere humorvolle Sach- und Erzählbücher verwirklicht.

Horst Klein wurde 1965 geboren und verbrachte prägende Jahre in Ostfriesland. Für sein Studium der Visuellen Kommunikation zog er 1989 nach Krefeld, wo er bis heute mit seiner Familie lebt und als Illustrator und Grafiker arbeitet. Mit Franziska Gehm bildet er seit mehreren Büchern ein eingespieltes Team. Für Planet Pop verwandelt er die verschiedenen Musikrichtungen in lebhafte Inselwelten, die voller kleiner Scherze, musikalischer Anspielungen und überraschender Einzelheiten stecken.

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Wandelwald – Das Flüstern der Tiere – Catherine Kuhlmann

Im Libellenwald scheint jeder Ast etwas zu wissen, das die Menschen längst vergessen haben. Hier lebt die achtjährige Martha mit ihren Eltern, die mitten im Wald ein Tierheim führen. Tiere gehören für das ruhige und aufmerksame Mädchen zum Alltag. Doch als Helena ein Kaninchen mit einer geheimnisvollen Kette vorbeibringt und eine Eule zum streng gehüteten Haustier wird, verändert sich Marthas vertraute Welt.

Gemeinsam erkunden die beiden Mädchen den Wald und gründen einen geheimen Club, der seine tierischen Bewohner beschützen soll. Kurz darauf geschieht etwas, das selbst im Libellenwald unmöglich erscheint. Martha und Helena verwandeln sich in Eichhörnchen. Plötzlich können sie den Wald aus einer völlig neuen Perspektive erleben und kommen seinen verborgenen Geheimnissen immer näher. Wie lässt sich ein Ort schützen, wenn man auf einmal mit den Augen seiner Tiere sieht? Catherine Kuhlmann verbindet Gestaltwandlung und Waldmagie mit einer Freundschaftsgeschichte, in der Natur- und Tierschutz ganz selbstverständlich zum Abenteuer gehören. Kurze Kapitel erleichtern Kindern ab sechs Jahren den Einstieg in die 176 Seiten umfassende Geschichte. Helge Vogts atmosphärische Illustrationen lassen den Libellenwald zugleich geheimnisvoll und lebendig erscheinen. Das Flüstern der Tiere eröffnet als erster Band eine neue Fantasywelt, in der noch zahlreiche Wunder und Gefahren verborgen liegen.

 

Catherine Kuhlmann wurde 1993 im Münsterland geboren und studierte Illustration in Hamburg. Ihre Geschichten entstehen häufig zuerst als Bilder, bevor sie zu Worten werden. Heute lebt und schreibt sie in Hamburg und gehört zum Volterra-Projekt von Cornelia Funke, das Künstlerinnen und Künstler bei ihrer kreativen Arbeit unterstützt. Mit Wandelwald veröffentlicht sie eine bildhaft erzählte Fantasyreihe über Freundschaft, Tierliebe und die Geheimnisse der Natur.

Helge Vogt wurde 1976 in Berlin geboren und wollte als Kind Paläontologe werden. Später stellte er fest, dass er Dinosaurier und fantastische Wesen lieber zeichnet, als nach ihnen zu graben. Heute arbeitet er als Illustrator und Comiczeichner für verschiedene internationale Verlage. Seine preisgekrönte Comicreihe Alisik erschien in mehreren Ländern. In Wandelwald fängt er die verwunschene Stimmung des Libellenwaldes mit detailreichen und ausdrucksstarken Bildern ein.

 

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Mit sechs oder sieben Jahren verändert sich das Lesen. Geschichten gehören nicht mehr ausschließlich der Stimme, die sie vorliest. Seite für Seite werden sie zu Orten, die Kinder selbst betreten und in ihrem eigenen Tempo erkunden können. Kurze Kapitel und ausdrucksstarke Bilder weisen dabei den Weg, doch die Entdeckung gehört zunehmend ihnen allein. Die Bücher dieser Monate zeigen, wie viel in einem solchen Leseraum Platz findet. Sie bewahren Erinnerungen, verwandeln Naturschutz in ein Abenteuer und erzählen von Ängsten, ohne ihre Figuren auf diese zu reduzieren. Selbst Musikgeschichte kann zu einer Entdeckungsreise werden, wenn Wissen nicht nur erklärt, sondern fantasievoll erlebbar gemacht wird. Ihre Themen sind nicht klein, nur weil ihre Leserinnen und Leser noch jung sind. Nach der letzten Seite bleibt ein Flüstern, eine Melodie, die Wärme einer Hand oder der Gedanke, dass Mut kein furchtloses Herz verlangt. Ein gutes Kinderbuch schließt seine Welt nicht mit dem Umschlag. Es lässt eine Tür offen, durch die die Fantasie jederzeit zurückkehren kann.

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